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Liebe macht blöd!

Liebe macht blöd!

Erst brauchte ich das Geld. Dann wurde es Liebe. Ich alter Sack hatte mich verknallt. Wurde blind, blöd und käuflich. Was man Liebe eben so nachsagt. Ein kleiner, nützlicher Idiot. Fühlte mich wie eine Schreibnutte, der kaum was gegen den Strich ging. Weil da dieser Spaß war. Zwei Jahre lang. Pünktlich, bezahlt. Kaffee, umsonst. Reisen, weltweit. Durfte Überschriften machen, die gegen die Menschenrechte verstießen. Flick dich. Haken und Dösen. Am Arsch der Welt. Bürosessel, verstellbar. Trinkwasser aus dem Kran. Zwei hübsche Bildschirme. Okay, man muss nicht gleich Apple mit Dirnen vergleichen. Es gibt schlimmere Schicksale.

Dafür gab es mich gar nicht. Bei „Freemens World“, dem Abenteuermagazin. Weil ich nur frei war, wie ein paar wunderbar freie Kollegen auch. Nur frei heißt bei Burda: Kein Schild an der Tür, keine Visitenkarte. Keine Macht. Kein Vertrag. Nur Pflichten. Am besten Klappe halten, Wegkloppen von Seiten. Den Tagessatz wert sein. Man kennt das ja. Auf Mails antworten, die dich ständig als extern bezeichnen.Also, ich war dort ein Nichts. Ein unsozialversicherter Schreiberling. Netterweise wurde im Winter die Heizung aufgedreht. Bei Bauer sollen schon Freie erfroren sein.

Aber ich hatte mich verrechnet. Aus dem Job wurde Liebe. Aus dem Tagelohn Leidenschaft. Es passierte, einfach so. Nach dreißig Jahren. Seitdem ich versuche, Buchstaben in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen. Wurde blöd, schön blöd. Weil es sich lohnte für dieses Magazin schön blöd zu sein. Für diese Idee, diese Freude, diese Begeisterung am Gestalten. Burda merkte das gleich. Burda ist ja nicht blöd. Man hielt uns an der langen Leine. Zog nur, wenn wir völlig über die Stränge schlugen. Wir lebten das Blatt, wir atmeten es. Verziehen ihm alles. Streichelten unser Baby. Jede Zeile, jedes Bild, jeder Titel waren wir. Texte, Themen, Termine. Edelfedern anspitzen. Das Heft stemmen, mit einem Kreativdirektor. Nett, klug, kompetent. Er war sehr kreativ, trotz Festanstellung.

Wir gewöhnten uns aneinander. Die Kopfgeburt lernte laufen. Der Laden brummte. Es gab eine Hefterweiterung, wegen der Anzeigen. Als uns die Liebe schon schwach machte. Und wir dicke Karren durchs Gelände fahren ließen. Landrover sind wirklich tolle Autos. Wieso haben wir das nicht sofort gemerkt? Hefterweiterung! Das ist bei Burda etwa so selten wie TV-Spielfilm ohne Programmhinweis. Man war kurzfristig stolz auf uns. Hörten wir, auf dem Flur.

Doch sie trauten uns nicht. Zu keiner Zeit. An keinem Tag. Sind ja nur Freie. Guckten abends heimlich in die Kasse, ob was fehlte. Die Büros lagen im Hafen. Nicht schlecht. Dicke Schiffe, gute Sicht. Viel besser als beim „Spiegel“. Die Welt fuhr vorbei. Doch dieser Kerl neben uns hatte ein viel schöneres Büro. Hatte sogar einen tollen Titel. Irgendwas mit Development, unkündbar, glaube ich. Konnte diesen Blick, den ich nicht kann. Guckte unentbehrlich, redete werblich weise. Nicht verliebt, niemals. Schlauer Typ, hat Burda verstanden. Als Reporter eher übersichtlich. Für ihn war schon die Besteigung der Zugspitze ein Abenteuer.

Ich kriegte auch einen Titel. Ich hieß Autor (fr.), wie frei. Frei ist kurz und doch zu lang für ein Impressum. Klang eher wie ein verklemmter Furz. Zerquetscht von den Verlagssoldaten, bei denen oft bloß heiße Luft rauskommt. Im Krieg sind das die, die sich hinter der Front gern mal Eier schaukeln. Glaube ich. Etwas neidisch war ich schon. Außerdem sah der Developer viel besser aus als ich. Wähle einen Beruf, den du liebst, sagte Konfuzius, der alte Klugscheißer, und du brauchst nie mehr zu arbeiten. Komisch. War er nicht auch Freiberufler?

Manchmal kamen Leute zu uns rein. Sie wussten alles besser. Weil es ihr Job ist, alles besser zu wissen. Andere für sich arbeiten zu lassen. Geschäftsführer, Chefredakteure, Anzeigentypen. Wir mussten dann raus. Kaffee trinken, Bier saufen, Hauptsache weg mit den Freien. Stören nur. Dann standen sie breitbeinig vor unseren Geschichten an der Wand. Wortheldisch. Wichtig. Taten so als gäbe es uns gar nicht. Schütteten ihre bunte Soße über die Seiten aus. Bis sie vor Einfalt klebten und rochen vor Arroganz. Einer fragte: Wer fährt denn schon nach Chile? Teneriffa ist doch viel näher. Angeblich hat er bis heute nichts gelesen von uns. Mag lieber Bilder, heißt es im Haus.

Später durften wir wieder an die Arbeit. Weiter machen. Ihren merkwürdigen Befehlen folgen. Dachten sie. Aber von wegen! Waren nicht nur frei. Auch frech. Verliebte Freie, die sich eine Meinung erlauben. Keine gute Mischung für die Karriere. Wischten jedes Mal übers Heft, wenn sie weg waren. Über unser Baby. Über den ätzenden Sud ihrer Ideen. Bis der Zucker verschwand, den sie Anzeigenkunden in den Hintern blasen wollten. Schreckten nicht mal vor Reklame für Männerbinden zurück. So macht Einschiffen wieder Spaß. Wasser lassen in der Wildnis. Inkontinenz? Geht doch alle an, sagten sie. Stimmt, sagten wir. Nicht laut, aber traurig. Konnte nicht gut gehen. Ging auch nicht gut.

Sie trieben uns die Begeisterung aus, schauten den Freien auf die Finger. Die Liebe zerbrach. Herzblut sickerte unter der Bürotür hindurch. Wir sprachen von Leidenschaft. Sie sprachen von Break even point. Auflage? Keine Antwort. Ein paar Mal im Jahr stolzierte ein Berater rein. Glotzend, still, er schwieg abgehoben.Wir waren nur Luft für ihn. Schritt langsam die Wand ab. Er wirkte wie ein General, kurz vor dem Schießbefehl. Kein Blick für uns Frontschweine. So grinst Macht. Murmelte was von Nutzwert, Nutzwert. Was sie bei Burda seit Jahrzehnten murmeln. Verschwand, stumm, kein Dank. Kritiken verfasste er schriftlich. Wir sahen nie ein Wort davon.

Bald schlenderte so ein Typ übern Gang. Lange Haare, Jeans, weiße Turnschuhe, Jacket. Irgendwie austauschbar. Keine Spur von Liebe, ich sah es sofort. Einer, der per SMS Schluss macht. Wenn Erfolg laufen könnte, müsste er genau so aussehen. Lässig, charmant, sicher so ein Ich-mach-dir-alles-besser-zu-einem-besonders-guten-Preis-Journalist. Auch ein Freier, hieß es, mit Agentur. So macht man das, glaube ich. Schlauschwätzend, weltmännisch. Furchtlos. Nur keine Gefühle zulassen. Muss ja nicht weh tun. Muss nur Menschen finden, die dich bezahlen. Eines Tages möchte ich auch mal so sein wie er.

Dann ging alles sehr schnell. Die Leute haben schön gewartet, bis wir mit dem letzten Heft fertig waren. Wie gesagt. Sind ja nicht blöd, bei Burda. Wir schrieben noch 54 Themen auf, die bis ins Jahr 2027 reichen werden. Blinder kann Liebe nicht machen. Hastiger Eifer, sowieso. An einem Freitag mussten wir unsere Schreibtische räumen. Mister Langhaar hatte gut verhandelt. Schneller, billiger, williger? So einer kann das eben.

Die Leute legten ihm unser Baby frisch gewickelt vor die Tür. Es schrie nicht. Aber es roch ganz stark nach unserem Gehirnschmalz. Ich vermisse es sehr.


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Auf Sendung

Auf Sendung

Wie es der Zufall will, werden am kommenden Wochenende zwei Filme ausgestrahlt, an denen ich mitwirken durfte. Beide kreisen um das Thema Skifahren – und zeigen, welch unterschiedliche Facetten zwischen (sanftem) Abenteuer und Spitzensport diese schöne Betätigung bietet.

Die Termine:

Freitag, 15.1.2016, ServusTV, 21.15: „Skitour ins Ungewisse“ – ein alpiner Roadmovie in den Allgäuer Alpen,

Samstag, 16.1.2016, ServusTV, 20.15: „Streif – One Hell of a Ride“ – die TV-Premiere unseres Kinofilms über die Streif.

Letzteren gibt es übrigens auch auf DVD, Blu-ray und als Download im Handel.

Ich würde mich freuen, wenn der ein oder andere einschaltet.

Herzliche Grüße,

Tom Dauer


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Aletsch – Von Menschen und Eis

Aletsch – Von Menschen und Eis

Cover_DVD

«Aletsch – Von Menschen und Eis», Caroline Finks erster Dokumentarfilm, führt auf den mächtigsten Eisstrom der Alpen, den Grossen Aletschgletscher. Wie bei allen Alpengletschern scheint auch dessen Schicksal besiegelt zu sein: Er schwindet. Ein Glaziologe, ein Bergführer und ein Techniker beschäftigen sich, jeder auf seine Art, mit diesem Wandel. Und erzählen eine Geschichte von grosser Natur, kleinen Menschen und einer Entwicklung, die uns alle betrifft.

«Aletsch – Von Menschen und Eis» wurde für die Solothurner Filmtage, das wichtigste Festival für den Schweizer Film, selektioniert. Er wird am Sonntag, 24. Januar, um 12.00 Uhr im Kino Palace gezeigt. Weitere Infos auf der Webseite des Festivals sowie auf der Webseite von Caroline Fink.

Aletsch – Von Menschen und Eis
23 Min., CH/DE (DE/FR/EN subtitles)
Regie und Kamera: Caroline Fink
Produktion: Gitta Gsell, Mirapix


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MehrWERT. verantwortlich wirtschaften. besser leben

MehrWERT. verantwortlich wirtschaften. besser leben

Cover_MehrWERT

Im Zentrum der neuen Ausgabe von MehrWERT steht die Teekampagne, die vor 30 Jahren in Berlin gegründet wurde und zum größten Darjeeling-Importeur der Welt avancierte. Eine Erfolgsgeschichte mit fair gehandeltem Tee, der den Pflücker-Familien in Darjeeling eine sichere Existenz und uns feinen Bio-Tee beschert. Denn vor allem die Rückstandsanalysen, die auf Initiative der Teekampagne eingeführt wurden, haben bewirkt, dass mittlerweile die Hälfte aller dortigen Teegärten auf Bio-Anbau umgestiegen ist. Damit hat sich Darjeeling zu einer Muster-Region in Sachen „Bio“ entwickelt.

MehrWERT stellt Leuchtturmprojekte eines modernen Wirtschaftens vor, deren Initiatoren mehr wollen als nur Rendite. Sie suchen nach eigenen Wegen, um mit der Natur zu wirtschaften, und vor allem: Sie haben immer die menschliche Seite der Wirtschaft im Blick.

Weitere Themen dieser Ausgabe:

  • Auf eine Tasse Tee mit Franziskus. Warum der Papst grünes Wirtschaften propagiert
  • Entrepreneurship. Kopf schlägt Kapital
  • Der wahre Preis. Ob Rosen, Handys, T-Shirts: Was an der Kasse gezahlt wird, sagt wenig über die tatsächlichen Kosten, die ein Produkt verursacht
  • „Die Wirtschaft braucht keine Vollbremsung.“ Im Gespräch mit dem Wachstumskritiker Niko Paech
  • Im Land des Tigers. Das faszinierende Leben in den Wäldern des Himalaja
  • Mit Sesseln gegen die Wasserpest. Wie eine clevere Design-Idee ein Umweltproblem löst

Eckdaten:

  • ISSN-Nr. 2195-5026
  • Auflage der 2. Ausgabe: 150.000 Exemplare
  • Erscheinungsdatum: September 2015
  • Konzept und Herausgeber: the green publishers, München
  • Projektleiter: Dr. Horst Hamm
  • Chefredaktion: Ilona Jerger

Die nächste MehrWERT-Ausgabe erscheint im Frühjahr 2016.

Das Magazin kann bei der Teekampagne bestellt werden: Pasteurstr. 6-7, 14482 Potsdam, Tel. 0331-747474, oder einfach per Mail an: info@projektwerkstatt.com

oder als pdf gelesen werden:

https://www.teekampagne.de/family/mehrwert-magazin

 


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Wider den Fremdenhass

Wider den Fremdenhass

Gemeinsam mit Schriftstellern und anderen Journalisten habe ich im Januar im Münchner Literaturcafé Lost Weekend bei einer Lesung, die als literarisches Gegen-Pegida gedacht war, vorgelesen. Die Geschichten, die von der Begegnung mit der Fremdheit handeln, kommen nun im August gebündelt als Buch im Kirchheim-Verlag heraus: „Fremd“ (Hrsg. Fridolin Schley). Mein Beitrag lautet „Der Aufschub“ und handelt von der Verhinderung einer Abschiebung in letzter Minute.


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„Apropos Kosovo“ nominiert

„Apropos Kosovo“ nominiert

Apropos Kosovo

Die Zeitenspiegel-Reportageschule, an der immer wieder auch Autoren von beschreiber.de als Dozenten wirken, ist mit dem Online-Magazin „Apropos Kosovo“ für den Grimme Online Award nominiert worden. Ich habe die Schüler des neunten Jahrgangs der Zeitenspiegel-Reportageschule Günter Dahl bei der Umsetzung des Magazins betreut – unterstützt von den Beschreibern Philipp Maußhardt und Erdmann Wingert. Für die Gestaltung der Site zeichnete übrigens Tanja Hoffmann verantwortlich, ihres Zeichens auch Designerin von beschreiber.de.


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Bild-Niveau

Bild-Niveau

Bildschirmfoto 2015-03-19 um 17.50.19
Heute auf stern.de.


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Streif – One Hell of a Ride

Streif – One Hell of a Ride

Am 24. Januar 2015 findet am Hahnenkamm die 75. Ausgabe der Streif statt – des berühmtesten und gefährlichsten Abfahrtsrennens weltweit. Zu diesem Anlass entstand die Kino-Dokumentation „Streif – One Hell of a Ride“, die seit 15. Januar 2015 auch in deutschen Kinos zu sehen ist. Tom Dauer wirkte bei dem 115 Minuten langen Film, den in Österreich in elf Tagen über 100.000 Zuschauer sahen, als Drehbuchautor und Co-Regisseur mit. Wo und wann der Film im Kino läuft, sehen Sie hier.


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Warum ich Charlie bin…

Warum ich Charlie bin…

Vergangene Woche habe ich in einer recht spontanen Entscheidung – im Namen auch meiner Mit-Beschreiber – ein Bekenntnis abgelegt: Ich sei Charlie, habe ich behauptet, mich auf der Solidaritätsseite des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels eingetragen und auch das derzeit allgegenwärtige Je-suis-Charlie-Logo auf www.beschreiber.de eingebaut. Ich, der ich sonst immer großen Wert auf meinen Individualismus lege, dem Moden suspekt sind und der sich ungern irgendwelchen Massenbewegungen – egal welcher Art – anschließt, habe mich in Reihe gestellt mit einer Horde von Charlies, die ich fast alle nicht kenne, und die fast alle noch nicht einmal zu den Lesern von „Charlie Hebdo“ gehören – ebensowenig wie ich. Es ist schon eine fragwürdige Aktion, und ich selbst komme ins Grübeln. Bin ich wirklich Charlie?

Passend dazu erschien dann auch Anfang der Woche auf sueddeutsche.de ein Artikel: „Charlie sein oder nicht sein“. Er fasst sehr schön die Gegenreaktionen auf die „Je suis Charlie“-Bewegung zusammen. Menschen, die sich nicht einfach einreihen wollen in diese heterogene Solidaritätsmasse, die zwar größtenteils darauf Wert legen, auch gegen Gewalt und Terror zu sein, sich aber deshalb noch lange nicht mit irgendwelchen Charlies identifizieren wollen. Ihr Hashtag: #JeNeSuisPasCharlie.

Eine Studentin aus dem Libanon wird in dem Artikel zitiert: „Als Muslimin werde ich keine Zeitung verteidigen, die mich nicht respektiert und meinen Glauben und meine Kultur lächerlich macht.“ Und eine deutsche Bloggerin fügt hinzu: „Wir wissen wohl alle noch vom Schulhof, dass ein Witz nicht immer nur zum Lachen gedacht ist. Oft genug ist es das Ziel eines solchen Witzes, Menschen zu verletzen. Damit kann ich mich schlicht nicht identifizieren.“

Nun kann man es sich natürlich einfach machen und (vermutlich völlig zurecht) darauf hinweisen, dass diese beiden Nicht-Charlies das Wesen der Satire wohl nicht ganz begriffen haben und das der Pressefreiheit wohl auch nicht. Und man könnte überhaupt diese ganzen Neinsager als Wortklauber abtun: Es geht hier, und das muss wohl jedem klar sein, schließlich nicht um eine uneingeschränkte Identifikation mit den Redakteuren von „Charlie Hebdo“ oder ihren Zeichnungen und Texten. Nein, es geht um einen kollektiven Warnruf an die Adresse der Mörder, Ihrer Sympathisanten und Hintermänner: So nicht! Ihr greift uns alle an. Und jetzt bekommt Ihr es mit uns allen zu tun, und wir sind mehr. Viel mehr. Es geht um ein Eintreten für Pressefreiheit und gegen Gewalt. Es geht um Solidarität, nicht um Identifikation. Und überhaupt: Wo bleibt denn bitte die #JFKwarKeinBerliner-Bewegung? Ich bitte Euch, der Mann stammte aus Massachusetts!

Und trotzdem: Es bleibt ein Unbehagen. Wie würde ich – Allah, Gott oder wer immer behüte! – bei einem Anschlag auf die „Bild“-Zeitung reagieren? „Ich bin Bild“? Vielleicht nicht. War es gerade der Abstand – die im wörtlichen Sinne Ignoranz – die mir bei „Charlie Hebdo“ diese scheinbar bedingungslose Identifikation erst möglich machte? Es gibt dauernd Anschläge auf die Pressefreiheit, die Menschenwürde. Tagtäglich. Weltweit. Warum ist die Reaktion bei diesem Attentat so besonders stark? Unverhältnismäßig stark? Warum schreie ich sonst nicht auf?

Ich bin ratlos. Aber ich bin Charlie. Und mein Vorsatz fürs neue Jahr: Öfter mal Charlie sein.


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Fliegende LKWs

Fliegende LKWs

So gehört es sich: Anzeigen und Redaktion sind strikt voneinander getrennt. Als gutes Vorbild geht hier der „journalist“ voran. Hier erfahren die Redakteure offenbar erst nach Erscheinen des Heftes, welche Anzeigen sich darin finden:

journalist


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