Zu Journalistenpreise notiert:

Originell, weltoffen und humorvoll

Originell, weltoffen und humorvoll

Der Autor und Publizist Thomas Grasberger erhält den Ernst-Hoferichter-Preis 2017.

Der mit 5000 Euro dotierte Preis zeichnet seit 1975 jährlich freischaffende Münchner Künstlerinnen und Künstler aus dem Bereich Literatur und Kabarett aus, die – wie Ernst Hoferichter – Originalität mit Weltoffenheit und Humor verbinden. Der Preis wurde von Franzi Hoferichter, der Witwe des Münchner Schriftstellers, gestiftet. Über die Vergabe entscheidet der Stiftungsbeirat der Ernst-Hoferichter-Stiftung, der auch als Jury fungiert.

Die Jury begründete ihre Entscheidung wie folgt:

Er erkundet München und die Seele seiner (Ur-)Einwohner und gibt uns auf 200 Seiten eine allumfassende „Gebrauchsanweisung für München“ an die Hand. Er berichtet über Eisenbahn-Reisen in England, protestantisches Leben in Rom und böhmische Bäder und paddelt im Kajak durch Deutschlands „Amazonas“, 950 km Wasserwege im brandenburgischen Spreewald. Er schreibt über Gabriele d’Annunzio und Ludwig Thoma, 1860 München und den FC Bayern, Rosa Luxemburg und Mao Zedong, Hopfen und Malz; er reist durch Tschechien, Italien, England, Polen, die Ukraine. Und immer wieder durch Bayern, durch die bayerische Geschichte und vor allem die bayerische Mentalität. Er analysiert und illustriert den „Grant“, den „Blues des Südens“, dieses so tiefsitzende und komplexe Lebensgefühl, und führt die Leser ein in eine Philosophie der „Grantologie“. In dem Buch „Stenz. Die Lust des Südens“ geht er der Frage nach, ob der Bavarian Lover anders liebt, und unternimmt eine informative und amüsante Lustreise durch Schwabinger Szenelokale, die Schlafkammern von Bauernmägden und die Zellen bairischer Klöster. In „Flins. Das Geld des Südens“ schließlich spürt er quer durch die Zeiten und sozialen Schichten dem „Homo oeconomicus bavaricus“ nach.

In Altötting ist Thomas Grasberger geboren, hat dort seine Kindheit verbracht (und glaubt dennoch – wie wir hören – an das Gute im Menschen), das Gymnasium absolviert und währenddessen erste berufliche Erfahrungen bei der Müllabfuhr und auf Baustellen gesammelt. In München hat er studiert, Politikwissenschaft, Philosophie und Geschichte, hat die Deutsche Journalistenschule besucht und anschließend als Redakteur oder freier Journalist bei verschiedenen Zeitungen gearbeitet (Abendzeitung, Süddeutsche Zeitung, Die Welt, Focus). Seit dem Jahr 2000 schreibt er vor allem für den Bayerischen Rundfunk: Features, Reportagen, Reiseberichte, literarische Porträts und Kalenderblätter.

Thomas Grasberger ist ein vielseitiger Autor und Journalist, mit weitem Horizont und eigenwilligem Zugriff auf seine Sujets, witzig und humorvoll, gründlich und hintergründig. Drei Kriterien muss ein Ernst-Hoferichter-Preisträger erfüllen: Originalität, Weltoffenheit und Humor. Thomas Grasberger, befindet der Stiftungsbeirat, besteht die Prüfung in jeder Hinsicht bravourös.

Die Verleihung durch Kulturreferent Dr. Hans-Georg Küppers findet am Donnerstag, 19. Januar 2017, im Rahmen einer geschlossenen Festveranstaltung im Literaturhaus statt.

Unter den fast 100 Künstlerinnen und Künstlern, die bisher mit dem Ernst-Hoferichter-Preis ausgezeichnet wurden, sind Herbert Achternbusch, Ernst Augustin, Doris Dörrie, Axel Hacke, Jörg Hube, Bruno Jonas, Luise Kinseher, Jörg Maurer, Erwin Pelzig, Maria Peschek, Gerhard Polt, Herbert Riehl-Heyse, Tilman Spengler, Keto von Waberer, Marcus H. Rosenmüller, Christoph Süß und zuletzt Ali Mitgutsch.

Dem Stiftungsbeirat gehören der Kulturreferent der Landeshauptstadt München, Dr. Hans-Georg Küppers (Vorsitz), der Leiter der Münchner Stadtbibliothek, Dr. Arne Ackermann, sowie Wolfgang Görl, Dr. Brigitta Rambeck, Michael Skasa und Christian Ude an.

Informationen auch unter www.muenchen.de/kulturfoerderung unter „Preise“ sowie unter www.muenchen.de/literatur.

 


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„Spannend wie ein Krimi“

„Spannend wie ein Krimi“

Für seine GEO-Reportage „Wie viel ein Leben kosten darf“ (GEO 1/2012) wurde Tom Dauer mit dem Berg.Welten-Preis 2011 ausgezeichnet.

Aus der Jury-Begründung: „Tom Dauer rekonstruiert minutiös genau die Tragödie um eine Hubschrauber-Bergung im Himalaya. Dabei schafft er originelle und spannende Verbindungen und zeigt weniger bekannte Facetten des Alpinismus. Er schreibt über die neueste Sicherheitstechnik und ihre Grenzen sowie von der ungerechten Verteilung des Risikos. Seine Geschichte führt von Europa nach Asien und zurück, erzählt von Mut, Selbstüberschätzung, Zufall, Schuldgefühl, moralischer Verantwortung und liest sich spannend wie ein Krimi.“

Mehr Informationen und einen Download-Link gibt es hier.


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Auszeichnung

Auszeichnung

Herzlichen Glückwunsch! Beschreiber Andreas Weber hat den Deutschen Reporterpreis 2010 für das beste Essay erhalten. Der Preis wurde gestern vom Reporter-Forum vergeben, einer Initiative von Reportern aus verschiedenen Redaktionen, „die mit Workshops, Seminaren, Stipendien und dem Journalistenpreis etwas tun wollen gegen die Medienkrise und für Qualitätsjournalismus“.

Prämiert wurde Webers Text „Lasst sie raus!“, der in „Geo“ erschien. Weber leistet damit laut Jury wichtige Argumente in der Erziehungsdebatte. Das Essay sei ein gelungenes Plädoyer für das Recht der Kinder auf ein eigenes Leben und stelle nicht nur unbewiesene Behauptungen auf, sondern liefere Belege aus der persönlichen Erfahrung des Autors.

In der Kategorie „Bestes Essay“ war auch Beschreiber Wolf Reiser mit „Ouzo-Power“ (Link zum PDF) nominiert.

Die weiteren Preisträger waren Carolin Emcke, Tobias Kniebe und Alexander Gorkow, Beate Lakotta, Volker ter Haseborg, Mario Kaiser, Roland Kirbach und Felix Seuffert. Insgesamt waren 1146 Texte eingereicht worden.


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