Zu Mal Aria notiert:

Debütpreis des Buddenbrookhauses

Debütpreis des Buddenbrookhauses

In der Begründung der Jury heißt es: „Der Preisträgerin ist mit Ihrem Romandebüt Mal Aria ein großer Wurf gelungen. Die Beschreibung der Malariainfektion aus Sicht der den Erreger übertragenen Mücke besticht durch ihre Originalität und sprachliche Präzision. Das Infragestellen des anthropozentrischen Weltbildes ist überzeugend gelungen. Der Roman besitzt außerdem in Zeiten, in denen sich ehemalige Tropenkrankheiten immer weiter in den Norden ausbreiten, eine geradezu erschreckende Aktualität.“

Der Debütpreis des Buddenbrookhauses wird im Abstand von zwei Jahren in Erinnerung an eines der erfolgreichsten Debüts der Weltliteratur, Thomas Manns Roman Buddenbrooks, verliehen. Der Preis wird Carmen Stephan am Freitag, 22. November, um 19 Uhr im Rathaus zu Lübeck übergeben.


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Rom-Preise vergeben

Rom-Preise vergeben

Carmen Stephan erhält ein Literaturstipendium der Deutschen Akademie Rom (Villa Massimo und Casa Baldi).

Aus der Pressemitteilung der Bundesregierung, 22. Mai 2013:

Der Staatsminister für Kultur und Medien, Bernd Neumann, hat die Preise für 2014 mit Stipendien für die Deutsche Akademie Rom (Villa Massimo und Casa Baldi) sowie die Stipendien für das Deutsche Studienzentrum in Venedig vergeben.

Staatsminister Bernd Neumann betonte: „Die Rom- und Venedig-Stipendien gehören zu den wichtigsten Auszeichnungen für Künstlerinnen und Künstler aus Deutschland. Sie ermöglichen den Preisträgern, diese sehr lebendigen Städte mit ihrer einzigartigen Atmosphäre und großen Strahlkraft bis in ihre historischen Wurzeln kennenzulernen und sich künstlerisch weiterzuentwickeln.“

Bernd Neumann weiter: „In keinem anderen Land der Welt unterhält Deutschland ein vergleichbar dichtes Netz kultureller und wissenschaftlicher Institutionen wie in Italien. Die Villa Massimo, die Casa Baldi in Rom und das Deutsche Studienzentrum in Venedig sind herausragende Orte und zugleich gelebtes Symbol für die engen Kulturbeziehungen zwischen unseren Ländern, die weit in die Geschichte zurückreichen.“

Für einen Aufenthalt in der Villa Massimo wählte die Jury folgende Künstlerinnen und Künstler als Stipendiaten aus: Eli Cortinas, Köln (Bildende Kunst), Jan Fabian Edler, Berlin (Architektur), Oswald Egger, Neuss-Holz-Holzheim (Literatur), Hanna Eimermacher, Berlin (Musik), Thilo Folkerts, Berlin (Architektur), Annika Larsson, Berlin (Bildende Kunst), Martin Mosebach, Frankfurt am Main (Literatur), Christian Schink, Erfurt (Bildende Kunst), Nasan Tur, Berlin (Bildende Kunst), Vito Žuraj, Karlsruhe (Musik). Die Jury setzt sich zusammen aus Fachleuten der Sparten Bildende Kunst, Architektur, Literatur und Musik (Komposition).

Für einen Studienaufenthalt im Jahr 2014 in der Deutschen Akademie Rom Casa Baldi wurden ausgewählt: Rainer Hehl, Berlin (Architektur), Markus Karstieß, Solingen (Bildende Kunst), Makiko Nishikaze, Berlin (Musik), Olga Rayeva, Berlin (Musik), Monika Charlotte Rinck, Berlin (Literatur), Carmen Stephan, München (Literatur), Wawrzyniec Tokarski, Berlin (Bildende Kunst), Ralf Ziervogel, Berlin (Bildende Kunst).


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„Bewegend, schön und unheimlich“

„Bewegend, schön und unheimlich“

Die Autorin Carmen Stephan erhält für ihren Debütroman „Mal Aria“ (S. Fischer) den Literaturpreis der Jürgen-Ponto-Stiftung. Ihre Geschichte aus der Perspektive eines Moskito sei „bewegend, schön und unheimlich“, so die Begründung der Jury. Der mit 15.000 Euro dotierte Preis wird am 11. Dezember 2012 im Literaturhaus Frankfurt verliehen. Zu den bisherigen Preisträgern gehören unter anderem Martin Mosebach, Einar Schleef, Arnold Stadler und Zoë Jenny.

„Mal Aria“ ist gerade erst im S. Fischer Verlag erschienen. „Der Augenblick in dem sie krank wurde, gleicht einer Szene in einem alten Musicalfilm. Eine junge Frau läuft im Frühling durch eine Drehtür, sie kommt auf der anderen Seite wieder heraus, und es schneit.“ Wie der an Malaria erkrankten Carmen geht es dem Leser dieses Romans: Man geht durch die Drehtür dieses Textes und sieht die Wirklichkeit mit anderen Augen. Es beginnt im wuchernden, dunklen Wald des Amazonas. Eine letzte Reise. Ein Stich, unbemerkt, unsichtbar. Und alles ist anders. Die junge Carmen liegt in hohem Fieber – doch die Ärzte wissen ihr nicht zu helfen. Wie schon in der jahrhunderttausendalten Geschichte der Malaria reiht sich ein Missverständnis an das andere. Tag für Tag entgleitet Carmen das Leben. Nichts geschieht. In der erstarrten Gegenwart der Klinik entwickelt sich in fiebriger Intensität die Handlung. Die äußere, scheinbar geordnete Welt wird durch die innere überwuchert – und Carmen muss sich dem Unvorstellbaren stellen: dass sie ihren Freund nicht mehr sieht, nicht mehr nach Hause kommt, nicht überlebt. Wo steht der Mensch? Was sieht er? Wie geht er mit der Tatsache um, dass er stirbt? „Mal Aria“ ist ein fesselnder Dialog zwischen Natur und Mensch, eine Reise in das Herz einer Krankheit. Ein Roman über unsere Sterblichkeit und über unsere Illusion, wir hätten das Leben im Griff.


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