Zu S.Fischer notiert:

Debütpreis des Buddenbrookhauses

Debütpreis des Buddenbrookhauses

In der Begründung der Jury heißt es: „Der Preisträgerin ist mit Ihrem Romandebüt Mal Aria ein großer Wurf gelungen. Die Beschreibung der Malariainfektion aus Sicht der den Erreger übertragenen Mücke besticht durch ihre Originalität und sprachliche Präzision. Das Infragestellen des anthropozentrischen Weltbildes ist überzeugend gelungen. Der Roman besitzt außerdem in Zeiten, in denen sich ehemalige Tropenkrankheiten immer weiter in den Norden ausbreiten, eine geradezu erschreckende Aktualität.“

Der Debütpreis des Buddenbrookhauses wird im Abstand von zwei Jahren in Erinnerung an eines der erfolgreichsten Debüts der Weltliteratur, Thomas Manns Roman Buddenbrooks, verliehen. Der Preis wird Carmen Stephan am Freitag, 22. November, um 19 Uhr im Rathaus zu Lübeck übergeben.


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Knöpfe und Ideen

Knöpfe und Ideen

Vor vielen Jahren gab es bei S. Fischer die Reihe „Mein Lesebuch”. Dichter und andere Kenntnisreiche stellten ihre Lieblingstexte zusammen. Alfred Andersch, heute gerne als Opportunist oder sagen wir doch Schönfärber seiner Zeit im dritten Reich verschrien, machte sein Lesebuch zu einer Ästhetik des Beschreibens. Kunst, zitierte er einen walisischen Literaturgelehrten, handle nicht von Abstraktionen, letzten Fragen, Unendlichkeit oder Ewigkeit. Kunst handelt von Knöpfen.

Die Dinge, Sachen, erklärte Andersch, entziehen sich jedem Idealismus, sie sind. „Daher meine Vorliebe für die Beschreibung… In der dichterischen Beschreibung wird die Welt zum Phänomen. Das Phänomenale unterscheidet die dichterische Beschreibung vom Sachbuch. Es gibt nur eine Literaturform, die an Bedeutung die Beschreibung überragt: die Erzählung. In vielen Fällen geht die Erzählung wie von selbst aus der Beschreibung hervor… Die Beziehung eines Schriftstellers zu einer Sache hat mich stets stärker interessiert als seine Ideen, seine Weltanschauung.” Und so verzichtet Andersch auf viele der immer gleichen Namen und stellt Texte von Carl von Linné, Alexander von Humboldt, Friedrich Engels, Joseph Conrad, Walter Benjamin und Alexander Kluge in seine Sammlung. Sehr anregend. Fällt mir immer wieder ein, diese Sache mit Alfred Andersch von 1978.


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